800. Todestag von Kaiser Friedrich I Barbarossa

Entwurf:
Reinhart Heinsdorff, Friedberg-Ottmaring

Daten:
1990 F, Ag 625, 15,5gr, 32,5mm
Anmerkungen:
Begleitzettel der Bundesschuldenverwaltung
Prof. Dr. O.Engels, Köln
Friedrich I. gilt besonders seit der der Geschichtsschreibung der deutschen Romantik als Inbegriff des hochmittelalterlichen Kaisertums. Trotz gelegentlicher Übertreibungen seiner Zeitgenossen verfolgte er keine Wiederaufrichtung der Weltherrschaft, sondern beschränkte sich in Auseinandersetzung mit Papst Alexander III., König Heinrich II.von England und dem byzantinischen Kaiser Manuel I. auf die Rolle einer Ordnungsmacht in Europa. Das gleichbleibende Ziel seiner langen Herrschaft läßt sich mit der Devise “honor imperii“ (so auch die Randschrift) umschreiben, deren Verwendung er von seinen Vorgängern übernahm. „Honor imperii“ bedeutet nicht nur die Ehre oder die Selbstachtung des Reiches, sondern weit mehr noch die Summe aller Rechte des Reiches, wobei in Rechnung zu stellen ist, daß das Reich weitgehend vom Kaiser verkörpert wurde. In der Praxis betraf es die gefährdete Superiorität des Kaisertums gegenüber dem nach Automomie strebenden Adel, die Wiederherstellung der Reichsrechte in Italien und Burgund sowie die Legitimation der Kaiserherrschaft. Besonders auf dem Gebiet der Herrschaftsbegründung, die durch das Reformpapsttum in Unsicherheit geraten war, ist von ihm und seinem Hof Überdurchschnittliches geleistet worden. Barbarossa sah in Karl dem Großen, sein persönliches Vorbild, und zwar den Begründer des Kaisertums in der irrigen Vorstellung des 12. Jahrhunderts als Kreuzfahrer. Im Kreuzzug, den Friedrich 1189 anführte, schien sich noch einmal der Führungsanspruch des Kaisertums als weltlicher Arm der Christenheit zu bewähren.



Der Hohenstaufenkaiser Friedrich I. mit dem Beinamen Barbarossa (ital. Rotbart) wurde etwa 1125 geboren und starb 1190. Er war der Sohn von Herzog Friedrich dem Einäugigen von Schwaben und der Welfin Judith. 1147- 1152 ist er Herzog von Schwaben.1152 wird Friedrich zum deutschen König gewählt, unternimmt Feldzüge um dem Papst gegen oberitalienische Städte und die auf Sizilien stehenden Normannen beizustehen. Der Papst krönt ihn 1155 zum römisch-deutschen Kaiser. Friedrich sichert durch seine Feldzüge die Reichsmacht gegen abfallende Städte und Fürsten. Als der türkische Sultan Saladin 1189 Jerusalem erobert, ruft Papst GregorVIII zum 3.Kreuzzug auf. 3 Heere, unter dem Franzosenkönig PhilippII, Richard I Löwenherz dem Sohn des englischen Königs und Friedrich I Barbarossa, versuchen auf unterschiedlichen Wegen Jerusalem zu erreichen. Friedrich I ertrinkt beim Baden im Fluß Saleph in Anatolien. Sein Heer ergreift die Mutlosigkeit und es zieht nach Deutschland zurück.