100 Jahre Dieselmotor

Entwurf:
Hans Joa Dobler, Ehekirchen (Walda)

Daten:
1995 A,D, F ,G,J, Ag 625, 15,5gr, 32,5mm
Anmerkungen:
Begleitzettel der Bundesschuldenverwaltung
Prof. e.h., Dr.-Ing., Dr. e.h. Hans Dinger
Am 17.Februar 1897 wurde auf dem Prüfstand der Maschinenfabrik Augsburg AG (später MAN) ein nach den Ideen von Rudolf Diesel gebauter Motor unter der Aufsicht von Prof. Moritz Schröter (TH München) getestet und dabei ein Wirkungsgrad von 26,2% gemessen; damit war die durch den Begriff Wirkungsgrad gekennzeichnete Ausnutzung des Brennstoffs weit besser, als bei allen anderen bekannten Antriebsmaschinen. Die Öffentlichkeit wurde von diesem neuen Motor durch Vorträge von Rudolf Diesel und Prof. Schröter bei der Hauptversammlung des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) am 16.Juni 1897 unterrichtet.
Rudolf Diesel hatte seine Idee 1893 in der Schrift „Theorie und Konstruktion eines rationellen Wärmemotors zum Ersatz der Dampfmaschinen und der heute bekannten Verbrennungsmotoren“ veröffentlicht, das Deutsche Patent Nr. 67 207 hatte er am 28.Februar 1892 erhalten. Darauf kam es zu Verhandlungen mit den Firmen Maschinenfabrik Augsburg und Friedrich Krupp, beide Firmen beschlossen am 25.April 1893 in einem Konsortialvertrag den Bau eines Versuchsmotors. Der noch in diesem Jahr fertiggestellte erste Versuchsmotor befriedigte auch nach mehreren Umbauten nicht, erst ein völlig neu konstruierter zweiter Versuchsmotor brachte den gewünschten Erfolg.
Heute ist dieses Motorenprinzip - auf der ganzen Welt als Dieselmotor bezeichnet- nach wie vor die Antriebsmaschine mit dem besten Wirkungsgrad. Der Dieselmotor ist die Antriebsquelle für Schiffe und Boote aller Art, für Lokomotiven und Lastwagen, Omnibusse und Schwerfahrzeuge, zum Teil auch für Personenwagen. Aber auch die dezentrale Stromerzeugung erfolgt in überwiegendem Maße durch Generatoraggregate mit Dieselmotor als Antrieb.
Rudolf Diesel wurde am 18.März 1858 in Paris geboren, nach kurzer Schulzeit in Paris und London besuchte er ab dem 12. Lebensjahr in Augsburg das Gymnasium und studierte anschließend in München, an der heutigen Technischen Universität. Er war ein wissenschaftlich gebildeter Ingenieur, und sein besonderes Interesse für die Thermodynamik war die Grundlage für seine späteren Ideen.
Weniger bekannt ist, daß sich Diesel aber auch sehr intensiv mit der gesellschaftlichen und sozialen Entwicklung seiner Zeit beschäftigte und eigene Vorstellungen zur zukünftigen Struktur eines Gemeinwesens im Industriezeitalter entwickelte.
Rudolf Diesel konnte noch den Erfolg seiner Maschine vor allem in der Seeschiffahrt erleben, bevor er bei einer Schiffsreise nach England in der Nacht vom 29. zum 30.September 1913 über Bord ging und ertrank. Da von keinen Zeugen beobachtet, wird die Frage Unfall oder Freitod, wohl nie geklärt werden.