- Der
Deutsche Orden entstand 1190 während des 3. Kreuzzuges im
Hl. Land als Hospitalgemeinschaft und erfuhr kurz nach seiner
Gründung die Erweiterung um die ritterliche Komponente.
Damit wurde der Deutsche Orden, neben Templern und Johannitern,
der dritte große Ritterorden. Er verbreitete sich rasch
auch in Europa. Infolge seiner engen Verbindung mit dem Papsttum
und dem römisch-deutschen Kaiserhaus der Staufer gibt es
kaum einen europäischen Staat, in dem er nicht vertreten
war. In Preußen entstand unter Mitwirkung von Kaiser und
Papst, des benachbarten Polen sowie der Kreuzfahrer aus dem
westeuropäischen Adel ein autonomer Ordensstaat mit
polyethnischer Bevölkerung, jedoch deutscher Prägung.
Drei recht eigenständige Zweige des Ordens hatten ihre
Schwerpunkte dort, in Livland und im Reich. Nach dem Verlust
Preußens und Livlands im 16. Jahrhundert blieb der Orden
auf das Hl. Römische Reich Deutscher Nation beschränkt.
Aus dem Reformationszeitalter ging er als trikonfessionelle
Gemeinschaft hervor, die sich eng an das Haus Habsburg anlehnte
und damit in die Abwehr der bis Wien vorgerückten
türkischen Heere eingebunden wurde. Erst Napoleon hat im
Zuge der Neuordnung ganz Europas den Orden auf den Raum der
Habsburgermonarchie begrenzt. Anschließende Reorganisation
von Schwestern- und Priesterzweig sowie seitens der Ritter die
Begründung eines Feldlazarettwesens parallel zum Aufbau des
Roten Kreuzes schufen die Voraussetzungen für die
Entwicklung moderner Strukturen des nun nur katholischen Ordens,
nachdem sich schon im 17. Jahrhundert der heute noch in den
Niederlanden lebende protestantische Ridderlijke Duitse Orde,
Balije van Utrecht, verselbständigt hatte.
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Nach dem
Ersten Weltkrieg gelang die Umwandlung in einen von Priestern
geführten, rein klerikalen Orden im Raum der
Nachfolgestaaten der Habsburgermonarchie. Als Feind des Ordens
erwies sich der Nationalsozialismus: Nach dem Anschluß
Österreichs wurde er verboten, da die neuen Machthaber
andere Vorstellungen von einem eigenen Deutschen Orden
hatten.
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- Erst
nach dem Zweiten Weltkrieg war ein Neuaufbau wieder möglich.
Der Orden ist im weitesten Sinne sozialkaritativ tätig, vom
Säuglingsheim bis zur Altenpflegestätte, von
Schwestern betreut. Daneben steht der seelsorgliche
Aufgabenbereich der Priester. Beide Zweige werden unterstützt
durch den Laienzweig der Familiaren. Etwa 1000 Mitglieder wirken
in der Bundesrepublik Deutschland, Österreich, Italien,
Jugoslawien, der Tschechoslowakei und Belgien.
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- Die
Biidseite der Münze zeigt die stehende gekrönte Mutter
Gottes, Hauptpatronin des Ordens, mit dem Kind auf dem rechten
Arm, dem sie mit der Linken den Apfel reicht, auf einem Banner.
Oben liegt der einfache Wappenschild des Ordens auf. Die
Darstellung reduziert auf Symbole, die unabhängig von den
Wandlungen des Deutschen Ordens in seiner Geschichte und den
regionalen Differenzierungen geistig- geistliche Grundlage
seiner Existenz über alle 800 Jahre gewesen sind. Die
Randschrift ES BLEIB IN GEDÄCHTNIS SO LANG GOTT WILL geht
auf eine Prägung nach dem Verlust Preußens zurück,
charakterisiert aber weitreichender den Wunsch nach
Verlebendigung der Vergangenheit einerseits, Offenheit der
Zukunft anderseits.
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