800 Jahre Hafen und Hamburg

Entwurf:
Klaus Luckey, Hamburg

Daten:
1989 J, Ag 625, 15,5gr, 32,5mm
Anmerkungen:
Begleitzettel der Bundesschuldenverwaltung

Die 800 - Jahr- Feier Hamburgs und seines Hafens im Jahr 1989 hat als Ausgangspunkt das historische Datum der Privilegierung der hamburgischen Neustadt im Jahr 1189. Dieses Datum ist nicht der Beginn der Geschichte Hamburgs, sondern markiert den Anfang einer neuen Epoche der Entwicklung der Stadt. Die bischöfliche Altstadt, neben der die Grafen von Holstein- Schauenburg kurz vor 1189 die Neustadt gründeten, läßt sich bis ins frühe 9. Jahrhundert zurückverfolgen, bis zu den Zeiten der Hammaburg und der in ihr erbauten ersten Taufkirche. Eigentlich blickt Hamburg deshalb auf eine fast 1200jährige Geschichte zurück. Der Aufschwung, den die vom Landesherrn geförderte Kaufmannssiedlung der Neustadt sogleich nahm, sollte 1189 nachdrücklich gestärkt werden. Dafür bedurfte es vor allem allgemeiner Vorrechte, wie Zollfreiheit, ungehinderten Warenverkehrs, Befreiung der Bürger von Wehrpflichten usw. Alles dies genossen die Hamburger seit jenem Jahr. Sie beriefen sich jedenfalls von nun an auf derartige Privilegien, die von Kaiser Friedrich I. (Barbarossa) stammten.

Auch wenn der vorliegende auf den 7. Mai 1189 datierte sog. "Freibrief" Barbarossas heute als Fälschung aus dem 13. Jahrhundert erkannt ist und sich in der historischen Literatur die unterschiedlichsten Aussagen und Hypothesen zu der Privilegierung Hamburgs durch den Kaiser finden, unumstritten ist die Tatsache, daß mit jenem Datum der kontinuierliche Aufstieg Hamburgs zum bedeutenden Handels- und Hafenzentrum Europas und der Welt einsetzte. Binnen weniger Jahrzehnte gewann die hamburgische Neustadt solches Gewicht, daß die Vereinigung mit der Altstadt unter Beendigung der bischöflichen Herrschaft vollzogen wurde. Die Nachfolger Barbarossas erneuerten und erweiterten laufend Hamburgs Privilegien. Die Stadt löste sich immer mehr aus der Abhängigkeit von ihren Stadtherren, den Holsteiner Grafen, und errang schließlich die Reichsunmittelbarkeit. Den Status einer freien Stadt behielt sie auch nach dem Ende des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation.
Im 1871 neu gegründeten Deutschen Reich sowie in der Weimarer Republik war sie einer der Bundesstaaten. Dieser historischen Rolle entspricht ihre heutige Stellung als Bundesland der Bundesrepublik Deutschland.

Die 10 DM-Gedenkmünze "800 Jahre Hafen und Hamburg" zeigt auf der Bildseite die für das hamburgische Wappen charakteristische dreitürmige Burg in leicht vereinfachter Form. Sie ist ans Wasser gestellt. Die sparsame Darstellung symbolisiert zum einen den historischen Aufstieg Hamburgs aufgrund seiner Lage an der Unterelbe, der schiffbaren Verbindung zum Meer; zum anderen wird mit ihr, wenn auch zurückhaltend, der Bezug zwischen Stadt und Hafen hergestellt. Sowohl die Burg auf der Bildseite als auch der Adler auf der Wertseite sind nicht auf den Mittelpunkt der Münze zentriert, sondern etwas nach unten gerückt, was einen eigentümlichen Akzent setzt und die Aufmerksamkeit für die zurückhaltend gestalteten Umschriften erhöht. Der Adler erscheint würdig, aber nicht pathetisch. Die Randschrift "Hamburg Tor zur Welt" ist eine seit Generationen bekannte Sentenz, die ausdrückt, wie die Hamburger selbst und viele ihrer deutschen Landsleute die Rolle der Stadt sehen.