- Die
800 - Jahr- Feier Hamburgs und seines Hafens im Jahr 1989 hat
als Ausgangspunkt das historische Datum der Privilegierung der
hamburgischen Neustadt im Jahr 1189. Dieses Datum ist nicht der
Beginn der Geschichte Hamburgs, sondern markiert den Anfang
einer neuen Epoche der Entwicklung der Stadt. Die bischöfliche
Altstadt, neben der die Grafen von Holstein- Schauenburg kurz
vor 1189 die Neustadt gründeten, läßt sich bis
ins frühe 9. Jahrhundert zurückverfolgen, bis zu den
Zeiten der Hammaburg und der in ihr erbauten ersten Taufkirche.
Eigentlich blickt Hamburg deshalb auf eine fast 1200jährige
Geschichte zurück. Der Aufschwung, den die vom Landesherrn
geförderte Kaufmannssiedlung der Neustadt sogleich nahm,
sollte 1189 nachdrücklich gestärkt werden. Dafür
bedurfte es vor allem allgemeiner Vorrechte, wie Zollfreiheit,
ungehinderten Warenverkehrs, Befreiung der Bürger von
Wehrpflichten usw. Alles dies genossen die Hamburger seit jenem
Jahr. Sie beriefen sich jedenfalls von nun an auf derartige
Privilegien, die von Kaiser Friedrich I. (Barbarossa) stammten.
-
- Auch
wenn der vorliegende auf den 7. Mai 1189 datierte sog.
"Freibrief" Barbarossas heute als Fälschung aus
dem 13. Jahrhundert erkannt ist und sich in der historischen
Literatur die unterschiedlichsten Aussagen und Hypothesen zu der
Privilegierung Hamburgs durch den Kaiser finden, unumstritten
ist die Tatsache, daß mit jenem Datum der kontinuierliche
Aufstieg Hamburgs zum bedeutenden Handels- und Hafenzentrum
Europas und der Welt einsetzte. Binnen weniger Jahrzehnte gewann
die hamburgische Neustadt solches Gewicht, daß die
Vereinigung mit der Altstadt unter Beendigung der bischöflichen
Herrschaft vollzogen wurde. Die Nachfolger Barbarossas
erneuerten und erweiterten laufend Hamburgs Privilegien. Die
Stadt löste sich immer mehr aus der Abhängigkeit von
ihren Stadtherren, den Holsteiner Grafen, und errang schließlich
die Reichsunmittelbarkeit. Den Status einer freien Stadt behielt
sie auch nach dem Ende des Heiligen Römischen Reiches
Deutscher Nation.
-
Im 1871
neu gegründeten Deutschen Reich sowie in der Weimarer
Republik war sie einer der Bundesstaaten. Dieser historischen
Rolle entspricht ihre heutige Stellung als Bundesland der
Bundesrepublik Deutschland.
-
- Die 10
DM-Gedenkmünze "800 Jahre Hafen und Hamburg"
zeigt auf der Bildseite die für das hamburgische Wappen
charakteristische dreitürmige Burg in leicht vereinfachter
Form. Sie ist ans Wasser gestellt. Die sparsame Darstellung
symbolisiert zum einen den historischen Aufstieg Hamburgs
aufgrund seiner Lage an der Unterelbe, der schiffbaren
Verbindung zum Meer; zum anderen wird mit ihr, wenn auch
zurückhaltend, der Bezug zwischen Stadt und Hafen
hergestellt. Sowohl die Burg auf der Bildseite als auch der
Adler auf der Wertseite sind nicht auf den Mittelpunkt der Münze
zentriert, sondern etwas nach unten gerückt, was einen
eigentümlichen Akzent setzt und die Aufmerksamkeit für
die zurückhaltend gestalteten Umschriften erhöht. Der
Adler erscheint würdig, aber nicht pathetisch. Die
Randschrift "Hamburg Tor zur Welt" ist eine seit
Generationen bekannte Sentenz, die ausdrückt, wie die
Hamburger selbst und viele ihrer deutschen Landsleute die Rolle
der Stadt sehen.
|