- Ich
will wirken in dieser Zeit, in der die Menschen so ratlos und
hilfsbedürftig sind,-
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eine
Tagebucheintragung von Käthe Kollwitz vom Dez.1922. Ein
kategorischer Imperativ, der Leben und Werk der in der
Immanuel-Kant-Stadt Geborenen bestimmte. Als
Achzehnjährige zog die Künstlerin nach Berlin, um die
Kunst der Radierung zu erlernen. Achtundfünfzig Jahre
später mußte sie die Stadt unfreiwillig auf der
Flucht vor Bombenangriffen verlassen.
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Wie kein
anderer deutscher Künstler hat Käthe Kollwitz ihre
Kunst in die Waagschale der Zeit geworfen, um Unheil von ihr
abzuwenden. Dazu gehörte, in Dingen der Kunst wie des
Lebens , der Mut, sich allem Unheilvollen zu stellen, das die
Zeit in sich trug. Sozialem Elend und politischen Kämpfen,
der Mut, sich mit jenen Gewalten anzulegen, die auf Unrecht und
Vernichtung beruhten, schließlich Verfemung und Isolation
auf sich zu nehmen. Dies bedeutete für sie, die als erste
Frau 1919 in die Preußische Akademie der Künste und
1929 in den Orden 'Pour le mérite für Wissenschaft
und Künste' gewählt worden war, im Jahr 1933
Entlassung aus ihrem Lehramt, Ausstellungsverbot sowie die
Entfernung ihrer Werke aus deutschen Museen.
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Die
Künstlerin, die die Wegweisung der Bergpredigt in ihr Werk
aufnahm und es mit dem Mühseligen und Beladenen, mit den
Erniedrigten und Schwachen hiel, war eine der stärksten
künstlerischen Kräfte ihrer Zeit als Zeichnerin,
Grafikerin und Bildhauerin.
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All dies
ist spürbar in ihrem umfangreichen Oeuvre, vor allem aber
in den fünf graphischen Zyklen, von denen herborzuheben
sind: Ein Weberaufstand, Bauernkrieg, Tod. Als Folge persönlich
erlebten Leides1914 fällt der Sohn Peter, 1942 der
Enkel gleichen Namens - gipfeln ihre künstlerischen Kräfte
noch einmal in der Lithografie, der sie den Titel des
Goethewortes 'Saatfrüchte sollen nicht vermahlen werden',
gibt. So wird ihre letzte Arbeit erneut zu einem starken Mahnruf
gegen den Krieg.
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Käthe
Kollwitz wurde am 8.7.1867 in Königsberg, Ostpreußen
geboren, sie starb am 22..4.1945 in Moritzburg bei Dresden.
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