125. Geburtstag von Käthe Kollwitz

Entwurf:
Reinhart Heinsdorff, Friedberg-Ottmaring

Daten:
1992 G, Ag 625, 15,5gr, 32,5mm
Anmerkungen:
Begleitzettel der Bundesschuldenverwaltung
Dr. Gudrun Fritsch, Käthe Kollwitz-Museum, Berlin
Ich will wirken in dieser Zeit, in der die Menschen so ratlos und hilfsbedürftig sind,-
eine Tagebucheintragung von Käthe Kollwitz vom Dez.1922. Ein kategorischer Imperativ, der Leben und Werk der in der Immanuel-Kant-Stadt Geborenen bestimmte. Als Achzehnjährige zog die Künstlerin nach Berlin, um die Kunst der Radierung zu erlernen. Achtundfünfzig Jahre später mußte sie die Stadt unfreiwillig auf der Flucht vor Bombenangriffen verlassen.
Wie kein anderer deutscher Künstler hat Käthe Kollwitz ihre Kunst in die Waagschale der Zeit geworfen, um Unheil von ihr abzuwenden. Dazu gehörte, in Dingen der Kunst wie des Lebens , der Mut, sich allem Unheilvollen zu stellen, das die Zeit in sich trug. Sozialem Elend und politischen Kämpfen, der Mut, sich mit jenen Gewalten anzulegen, die auf Unrecht und Vernichtung beruhten, schließlich Verfemung und Isolation auf sich zu nehmen. Dies bedeutete für sie, die als erste Frau 1919 in die Preußische Akademie der Künste und 1929 in den Orden 'Pour le mérite für Wissenschaft und Künste' gewählt worden war, im Jahr 1933 Entlassung aus ihrem Lehramt, Ausstellungsverbot sowie die Entfernung ihrer Werke aus deutschen Museen.
Die Künstlerin, die die Wegweisung der Bergpredigt in ihr Werk aufnahm und es mit dem Mühseligen und Beladenen, mit den Erniedrigten und Schwachen hiel, war eine der stärksten künstlerischen Kräfte ihrer Zeit als Zeichnerin, Grafikerin und Bildhauerin.
All dies ist spürbar in ihrem umfangreichen Oeuvre, vor allem aber in den fünf graphischen Zyklen, von denen herborzuheben sind: Ein Weberaufstand, Bauernkrieg, Tod. Als Folge persönlich erlebten Leides–1914 fällt der Sohn Peter, 1942 der Enkel gleichen Namens - gipfeln ihre künstlerischen Kräfte noch einmal in der Lithografie, der sie den Titel des Goethewortes 'Saatfrüchte sollen nicht vermahlen werden', gibt. So wird ihre letzte Arbeit erneut zu einem starken Mahnruf gegen den Krieg.
Käthe Kollwitz wurde am 8.7.1867 in Königsberg, Ostpreußen geboren, sie starb am 22..4.1945 in Moritzburg bei Dresden.