150 Jahre Katholischer Gesellenverein in Elberfeld - Kolpingwerk

Entwurf:
Reinhart Heinsdorff, Friedberg-Ottmaring

Daten:
1996 A, Ag 625, 15,5gr, 32,5mm
Anmerkungen:
Begleitzettel der Bundesschuldenverwaltung
Dr.Michael Hanke, Bund.Sekretär d. Kolpingwerkes
Adolf Kolping (1813-1865) hat selbst die Erfahrung gemacht, Daß die eigenen Lebensumstände nicht als unabwendbares Schicksal vorherbestimmt sind , sondern mitgestaltet und verändert werden können. Der Schuhmachergeselle bildete sich weiter, wurde Priester und wirkte daneben als einflußreicher Journalist und Schriftsteller. Als Handwerker hatte Adolf Kolping 10 Jahre lang ganz unmittelbar Situation und Problemeder werktätigen Bevölkerung in der Zeit der beginnenden Industrialisierung erlebt, und zwar insbesondere die Sorgen und Nöte der wandernden Gesellen. In dem 1846 in Elberfeld durch Johann Gregor Breuer gegründeten katholischen Gesellenverein fand Kolping seine Lebensaufgabe, der er sich fortan mit allen Kräften widmete, seit 1846 von Kölln aus, wo 1850 mit dem Zusammenschluß der ersten Gesellenvereine ein entscheidender Schritt zum Aufbau eines weltweiten Werkes getan wurde. Durch dieses Wirken wurde Kolping zum Wegbereiter der katholischen Sozialbewegung, am 27.10.1991 durch Papst Johannes Paul II in Rom seliggesprochen.
Ganz unmittelbar ging es in dieser Bewegung zunächst darum, jungen Menschen in bedrängter Situation konkrete Hilfestellungen zu leisten. Dabei stand die persönliche Tüchtigkeit des einzelnen im Vordergrund: Die Bestimmung des Menschen als Geschöpf Gottes schließt die Notwendigkeit für jeden ein, den ihm von seinem Schöpfer zugewiesenen Platz nach besten Kräften auszufüllen, und zwar in umfassender Weise, im Beruf, in der Familie, wie im allgemeinen gesellschaftlichen und politischen Leben. Auf dem Weg zur persönlichen Tüchtigkeit sollte und wollte der Gesellenverein Hilfestellung leisten. Seine vielfältigen Arbeitsfelder stellten die Bausteine eines ganzheitlichen Bemühens dar, junge Menschen in umfassender Weise anzugegen und zu befähigen, die gegebenen Chancen für das eigene Wohl wie auch für die Übernahme von Verantwortung für andere wahrzunehmen.
Hier kommt das grundlegende Ziel Kolpings in den Blick, nämlich die Veränderung, d.h. Verbesserung der als unbefriedigend empfundenen Wirklichkeit der eigenen Zeit. Die besseren Zeiten, so die Konsequenz aus dem grundlegenden Ansatz, konnte nur das praktische Christentum herbeiführen, d.h. konkret das Handeln tüchtiger Christen. Sozialer Wandel durch Veränderung des Menschen - mit dieser Formel, läßt sich Adolf Kolpings Anliegen zusammenfassend kennzeichnen.
Auf der Grundlage von Gesinnungsreform, Eigenverantwortung und Gemeinschaftshilfe hat sich das Kolpingwerk in über 50 Nationen auf allen Kontinenten der Erde ausgebreitet. Bei aller Veränderung im Werk selbst, wie auch in den relevanten Rahmenbedingungen ist doch der grundlegende Ansatz gleichgeblieben: Unsere Welt braucht tüchtige Christen, die sich in Familie und Arbeitswelt, Kirche und Gesellschaft bewähren und verantwortlich an der Gestaltung der Zukunft mitwirken.