- Adolf
Kolping (1813-1865) hat selbst die Erfahrung gemacht, Daß
die eigenen Lebensumstände nicht als unabwendbares
Schicksal vorherbestimmt sind , sondern mitgestaltet und
verändert werden können. Der Schuhmachergeselle
bildete sich weiter, wurde Priester und wirkte daneben als
einflußreicher Journalist und Schriftsteller. Als
Handwerker hatte Adolf Kolping 10 Jahre lang ganz unmittelbar
Situation und Problemeder werktätigen Bevölkerung in
der Zeit der beginnenden Industrialisierung erlebt, und zwar
insbesondere die Sorgen und Nöte der wandernden Gesellen.
In dem 1846 in Elberfeld durch Johann Gregor Breuer gegründeten
katholischen Gesellenverein fand Kolping seine Lebensaufgabe,
der er sich fortan mit allen Kräften widmete, seit 1846 von
Kölln aus, wo 1850 mit dem Zusammenschluß der ersten
Gesellenvereine ein entscheidender Schritt zum Aufbau eines
weltweiten Werkes getan wurde. Durch dieses Wirken wurde Kolping
zum Wegbereiter der katholischen Sozialbewegung, am 27.10.1991
durch Papst Johannes Paul II in Rom seliggesprochen.
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Ganz
unmittelbar ging es in dieser Bewegung zunächst darum,
jungen Menschen in bedrängter Situation konkrete
Hilfestellungen zu leisten. Dabei stand die persönliche
Tüchtigkeit des einzelnen im Vordergrund: Die Bestimmung
des Menschen als Geschöpf Gottes schließt die
Notwendigkeit für jeden ein, den ihm von seinem Schöpfer
zugewiesenen Platz nach besten Kräften auszufüllen,
und zwar in umfassender Weise, im Beruf, in der Familie, wie im
allgemeinen gesellschaftlichen und politischen Leben. Auf dem
Weg zur persönlichen Tüchtigkeit sollte und wollte der
Gesellenverein Hilfestellung leisten. Seine vielfältigen
Arbeitsfelder stellten die Bausteine eines ganzheitlichen
Bemühens dar, junge Menschen in umfassender Weise anzugegen
und zu befähigen, die gegebenen Chancen für das eigene
Wohl wie auch für die Übernahme von Verantwortung für
andere wahrzunehmen.
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Hier kommt
das grundlegende Ziel Kolpings in den Blick, nämlich die
Veränderung, d.h. Verbesserung der als unbefriedigend
empfundenen Wirklichkeit der eigenen Zeit. Die besseren Zeiten,
so die Konsequenz aus dem grundlegenden Ansatz, konnte nur das
praktische Christentum herbeiführen, d.h. konkret das
Handeln tüchtiger Christen. Sozialer Wandel durch
Veränderung des Menschen - mit dieser Formel, läßt
sich Adolf Kolpings Anliegen zusammenfassend kennzeichnen.
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Auf der
Grundlage von Gesinnungsreform, Eigenverantwortung und
Gemeinschaftshilfe hat sich das Kolpingwerk in über 50
Nationen auf allen Kontinenten der Erde ausgebreitet. Bei aller
Veränderung im Werk selbst, wie auch in den relevanten
Rahmenbedingungen ist doch der grundlegende Ansatz
gleichgeblieben: Unsere Welt braucht tüchtige Christen, die
sich in Familie und Arbeitswelt, Kirche und Gesellschaft
bewähren und verantwortlich an der Gestaltung der Zukunft
mitwirken.
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