800. Todestag Heinrichs des Löwen

Entwurf:
Hubert Klinkel, Würzburg

Daten:
1995 G, Ag 625, 15,5gr, 32,5mm
Anmerkungen:
Begleitzettel der Bundesschuldenverwaltung
Dr.Jochen Luckhardt
geb: um 1129, gest: 6.8.1195. Heinrich der Löwe war bis 1180 in seiner nahezu königsgleichen Stellung als Herzog von Sachsen und Bayern einer der mächtigsten Fürsten seiner Zeit. Seine herzogliche Herschaft seit 1142 und das Bündnis und spätere Zerwürfnis mit Kaiser Friedrich I Barbarossa kennzeichnen wesentliche Stationen der deutschen und europäischen Geschichte. International waren seine Kontakte angelegt, durch Reisen, z.B. über Konstantinopel nach Jerusalem, und familiäre Bindungen, wie seine Heirat mit Mathilde, Tochter König Heinrichs II. Von England.
Neben seinem politischen Einfluß sind Heinrichs Leistungen auf wirtschaftlichem und kulturellem Gebiet hervorzuheben. Er gilt als Gründer von München, Lübeck und Schwerin. Mit seinem Namen sind die Stiftungen von Kunstwerken, die Errichtung des Löwendenkmals (1166), der Burg Dankwarderode und des Neubaus der Stiftskirche in Braunschweig verbunden. Das Widmungsgedicht im weltberühmten Evangeliar (1188) veranschaulicht den Rang des Herzogpaares: „Ihre Freigiebigkeit übertraf alle ruhmreichen Taten ihrer Vorgänger.“
Schon früh rankten sich Legenden und Mythen um den aus altem Adelsgeschlecht rasch aufgestiegenen und jäh gestürzten Welfenherzog, dessen Person bis in die jüngere Vergangenheit hinein auch politische Inanspruchnahme erfuhr.