500. Geburtstag von Philipp Melanchthon

Entwurf:

Hubert Klinkel, Würzburg


Daten:
1997 A,D,F,G, J, Ag 625, 15,5gr, 32,5mm
Anmerkungen:
Begleitzettel der Bundesschuldenverwaltung
Dr. Stefan Rhein, Kustor des Melanchthonhauses in Bretten
Vor 500 Jahren, am 16.Februar 1497, wurde Phillip Melanchthon (Phillip Schwarzerd) im badischen Bretten geboren. Bekannt wurde er als Reformator, Humanist, Weggefährte Luthers und „Praeceptor Germanica“ (Lehrer Deutschlands). Die europäischen Zeitgenossen rühmten seine große Gelehrsamkeit und seine Bereitschaft zum Dialog zwischen den Konfessionen. So pries ihn der bekannte englische Dichter John Donne: „ein Mann sehr besonnen, bar jeder Streitsucht, ein Mann von höchster Gelehrsamkeit und Toleranz, wie es in unserer verdorbenen Zeit keinen zweiten gibt.“
Nach der Schule und Studien in Pforzheim, Heidelberg und Tübingen wurde Melanchthon 1518 auf den Griechisch-Lehrstuhl nach Wittenberg berufen. Sogleich begann das freundschaftliche Verhältnis zu Luther, der ihn zur reformatorischen Theologie führte. An der deutschen Bibelübersetzung war Melanchthon maßgeblich beteiligt.
Da Luther als Gächteter an den Verhandlungen auf Reichsebene nicht teilnehmen konnte, war Melanchthon seit 1529 auf Reichstagen und Religionsgesprächen der offizielle Wortführer der Wittenberger Theologie. Aus seiner Feder stammen zentrale Schriften der Reformation: die „Loci communes“, die Hauptpunkte (1521), die erste, höchst einflußreiche Systematik der lutherischen Lehre, und die "Confessio Augustana", das „Augsburgische Bekenntnis“ (1530), bis heute die wichtigste Bekenntnisschrift aller evangelischen Kirchen sowie deren Verteidigung, die Apologie. Bei den Gesprächen mit der katholischen Seite hat Melanchthon immer versucht, die Einigkeit der Kirche zubewahren. Er gilt heute als ein Vater der Ökumene. Neben seinen theologischen Schriften ist eine große Zahl von Grammatiken, Lehrbüchern über fast alle Wissensgebiete der damaligen Zeit und Kommentaren antiker Autoren überliefert. Durch diese in vielen Auflagen gedruckten Bücher und durch zahlreiche Schul- und Universitätsordnungen hat er sich den Ehrentitel „Praeceptor Germaniae“ erworben. Er starb am 19.April 1560 in Wittenberg und liegt dort neben Martin Luther in der Schloßkirche begraben
Die Münze zeigt das früheste Bildnis Melanchthons, den 1526 geschaffenen Stich von Albrecht Dürer. Die Randschrift greift das Jubiläumsmotto auf: „Zum Gespräch geboren“, ein Zitat aus einer Rede Melanchthons von 1543. Für die Gegenwart soll damit Melanchthon charakterisiert werden, sein Bemühen um Ökumene, sein Eintreten für den Dialog als Mittel verantwortlicher Politik, seine europäische Ausrichtung, seine Forderung einer auf sprachlicher Kompetenz basierenden Allgemeinbildung.

Reformator (Erneuerer und Umgestalter der kath. Kirche), Humanismus = Wiederentdeckung der Antike und Auflebung der Wissentschaft.