150. Jahre Klasse für Wissenschaften und Künste des Ordens „Pour le mérite“

Entwurf:
Reinhart Heinsdorff, Friedberg-Ottmaring

Daten:
1992 D, Ag 625, 15,5gr, 32,5mm
Anmerkungen:
Begleitzettel der Bundesschuldenverwaltung
Horst Fuhrmann
Der Begriff Orden 'Pour le mérite' steht sowohl für eine Auszeichnung, wie auch für eine 'Bruderschaft', dem ursprünglichen Sinn des Wortes Orden.
Im Jahr 1992 besteht der Orden 'Pour le mérite für Wissenschaften und Künste' 150 Jahre. Er wurde 1842 durch König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen (1840-1861) als „Friedes-Klasse“ in Ergänzung des von Friedrich dem Großen 1740 gestifteten Ordens Pour le mérite begründet. Der erste Kanzler des Ordens war Alexander von Humbold (1769-1859). Als die Verfassung der Weimarer Republik im Jahre 1919 alle Orden und Ehrenzeichen abschaffte, war auch der Orden 'Pour le Mérite' in seiner Existenz bedroht, doch hat sich das Kapitel (Beschlußgremium des Ordens) 1922 auf Anregung und unter Leitung seines Kanzlers Adolf von Harnack (1851-1930) als „Freie Vereinigung von hervorragenden Gelehrten und Künstlern (Orden pour le mérite für Wissenschaft und Künste)“ konstituiert, was das Preußische Staatsministerium zwei Jahre später anerkannte. In der Zeit des Nationalsozialismus war es nicht zu Nachwahlen von Mitgliedern gekommen, denn man stand dem Orden abweisend gegenüber und bereitete seine Auflösung vor; deshalb umfaßte der Orden nach dem zweiten Weltkrieg nur noch drei Mitglieder. Im Jahr 1952 wurde er auf Anregung des damaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss als eine freie sich selbst ergänzende Gemeinschaft unter dem Protektorat des jeweils amtierenden Bundespräsidenten wiederbelebt.
Die Aufgabe des Ordens besteht nicht in der Verfolgung eines gemeinsamen wissenschaftlichen oder künstlerischen Zieles, sondern in der Absicht, Gelehrte und Künstler zusammenzuführen, „die sich durch weitverbreitete Anerkennung ihre Verdienste und und einen ausgezeichneten Namen erworben haben“, wie es bereits in der Stiftungsurkunde von 1842 heißt.

Die Zahl der deutschen Mitglieder des Ordenskapitels ist auf vierzig festgelegt. Geisteswissenschaftler, Naturwissenschaftler und Künstler sind in gleichem Umfang vertreten. Die Zahl wird nach dem Ausscheiden eines Mitglieds durch Zuwahl ergänzt. Neben den deutschen Mitgliedern des Ordenskapitels werden auch Angehörige anderer Staaten aufgrund ihrer besonderen wissenschaftlichen oder künstlerischen Leistungen als Mitglieder hinzugewählt, doch soll die Zahl der ausländischen Mitglieder, die der deutschen nicht übersteigen. Der Orden ist in seiner Zusammensetzung nicht auf Europa beschränkt. Ihm gehören auch Gelehrte und Künstler aus überseeischen Ländern wie den USA und Japan an. Unter den derzeitigen Mitgliedern sind elf Nobelpreisträger.