- Der
Begriff Orden 'Pour le mérite' steht sowohl für eine
Auszeichnung, wie auch für eine 'Bruderschaft', dem
ursprünglichen Sinn des Wortes Orden.
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Im Jahr
1992 besteht der Orden 'Pour le mérite für
Wissenschaften und Künste' 150 Jahre. Er wurde 1842 durch
König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen (1840-1861)
als Friedes-Klasse in Ergänzung des von
Friedrich dem Großen 1740 gestifteten Ordens Pour le
mérite begründet. Der erste Kanzler des Ordens war
Alexander von Humbold (1769-1859). Als die Verfassung der
Weimarer Republik im Jahre 1919 alle Orden und Ehrenzeichen
abschaffte, war auch der Orden 'Pour le Mérite' in seiner
Existenz bedroht, doch hat sich das Kapitel (Beschlußgremium
des Ordens) 1922 auf Anregung und unter Leitung seines Kanzlers
Adolf von Harnack (1851-1930) als Freie Vereinigung von
hervorragenden Gelehrten und Künstlern (Orden pour le
mérite für Wissenschaft und Künste)
konstituiert, was das Preußische Staatsministerium zwei
Jahre später anerkannte. In der Zeit des
Nationalsozialismus war es nicht zu Nachwahlen von Mitgliedern
gekommen, denn man stand dem Orden abweisend gegenüber und
bereitete seine Auflösung vor; deshalb umfaßte der
Orden nach dem zweiten Weltkrieg nur noch drei Mitglieder. Im
Jahr 1952 wurde er auf Anregung des damaligen Bundespräsidenten
Theodor Heuss als eine freie sich selbst ergänzende
Gemeinschaft unter dem Protektorat des jeweils amtierenden
Bundespräsidenten wiederbelebt.
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Die
Aufgabe des Ordens besteht nicht in der Verfolgung eines
gemeinsamen wissenschaftlichen oder künstlerischen Zieles,
sondern in der Absicht, Gelehrte und Künstler
zusammenzuführen, die sich durch weitverbreitete
Anerkennung ihre Verdienste und und einen ausgezeichneten Namen
erworben haben, wie es bereits in der Stiftungsurkunde von
1842 heißt.
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- Die
Zahl der deutschen Mitglieder des Ordenskapitels ist auf vierzig
festgelegt. Geisteswissenschaftler, Naturwissenschaftler und
Künstler sind in gleichem Umfang vertreten. Die Zahl wird
nach dem Ausscheiden eines Mitglieds durch Zuwahl ergänzt.
Neben den deutschen Mitgliedern des Ordenskapitels werden auch
Angehörige anderer Staaten aufgrund ihrer besonderen
wissenschaftlichen oder künstlerischen Leistungen als
Mitglieder hinzugewählt, doch soll die Zahl der
ausländischen Mitglieder, die der deutschen nicht
übersteigen. Der Orden ist in seiner Zusammensetzung nicht
auf Europa beschränkt. Ihm gehören auch Gelehrte und
Künstler aus überseeischen Ländern wie den USA
und Japan an. Unter den derzeitigen Mitgliedern sind elf
Nobelpreisträger.
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