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350. Jahrestag des Westfälischen Friedens |
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Vor 350 Jahren, am 24. Oktober 1648, wurde nach mehrjährigen Verhandlungen der Westfälische Friede in Münster unterzeichnet: der Vertrag zwischen dem Deutschen Reich und Frankreich und der in Osnabrück ausgehandelte Vertrag zwischen dem Deutschen Reich und Schweden. Bereits am 30. Januar 1648 unterzeichnet und am 15. Mai 1648 feierlich ratifiziert und beschworen worden war der Spanisch-Niederländische sog. "Frieden von Münster", der den Niederlanden die staatliche Souveränität sicherte. Der Westfälische Frieden beendete nicht nur den "Achtzigjährigen Krieg" zwischen Spanien und den Niederlanden und den Dreißigjährigen Krieg, sondern er prägte auch nachhaltig die politische Ordnung Deutschlands und Europas: er stellte das Miteinander der europäischen Mächte auf eine neue Grundlage, er regelte das Verhältnis zwischen Kaiser und Reichsständen, d.h. Kurfürsten, Fürsten und Reichsstädten, im Deutschen Reich neu, und er beendete das Zeitalter der Glaubenskriege in Mitteleuropa. Durch den Westfälischen Frieden trat an die Stelle einer hierarchischen politischen Ordnung Europas, d.h. einer Ordnung unter Führung von Papst und Kaiser mit jeweils universalem Herrschaftsanspruch, nun ein System gleichberechtigter souveräner Staaten. Die deutschen Reichsstände wurden nun auch formal Träger der Landeshoheit (einer eingeschränkten Souveränität). Der Westfälische Friedensvertrag schrieb die föderale Struktur des Reiches fest und wurde zu einer zentralen Verfassungsurkunde. Die konfessionellen Konflikte wurden gelöst, indem die Protestanten, Lutheraner und erstmals auch die Reformierten als reichsrechtlich gleichberechtigte Konfessionen anerkannt wurden, unter Festschreibung der Verhältnisse des Jahres 1624. Der Westfälische Frieden hat durch viele politische Entwicklungen der letzten Jahre an Aktualität gewonnen: kriegerisch eskalierende Religionskonflikte, Fragen der Souveränität der Staaten in der EU sowie die Bemühungen um ein Sicherheitssystem gleichberechtigter Staaten sind beispielsweise zu nennen. Die Münze zeigt vier wie ein barockes Emblem kombinierte Symbole für die religiösen, politischen, juristischen und ethischen Aspekte des Westfälischen Friedens: die Taube mit dem Ölzweig als Zeichen der göttlichen Friedensbotschaft. die Einigkeit der Vertragsschließenden in Gestalt des Handschlages, das Tintenfaß mit der Feder für das Vertragswerk und eine stilisierte Darstellung zweier Lippenpaare als Symbol des Friedenskusses, d.h, des Kusses von Gerechtigkeit und Frieden (nach Psalm 85) für die Versöhnungsbereitschaft der streitenden Parteien. Die Randschrift "Fried ernährt - Unfried verzehrt" nimmt ein zeitgenössisches Friedenswunsch-Motto auf.
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