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Münzmetalle und Pflege

 

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Münzmetalle:

 

 

Moderne Münzen bestehen in ihrer Mehrzahl aus Metall oder Metalllegierungen, also Schmelzen mehrerer Metalle. Häufig werden die an der Legierung beteiligten Metalle in Katalogen einzeln aufgeführt, einige Legierungen besitzen aber Eigennamen. Die folgende Tabelle gibt Auskunft über die chemischen Abkürzungen und die Eigennamen einiger Münzmetalle...

 

 

 

 

Material

Metall

 

Material 

Legierung

Au

Gold

 

Cu-Ag

Billon

Ag

Silber

 

Cu-Sn

Bronze (Bro)

Al

Aluminium

 

Cu-Zn

Messing (Me)

Cu

Kupfer

 

Fe-Cr

Chromstahl

Cr

Chrom

 

Cu-Zn-Ni

Neusilber

Fe

Eisen

 

Cu-Al

Aluminiumbronze

Ni

Nickel

 

Cu-Al-Sn

Aluminiumbronze

Pt

Platin

 

Cu-Sn-Ni

Nickelbronze

Sn

Zinn

 

Cu-Ni

Kupfer-Nickel

Zn

Zink

 

 

 

 

 

 

 

Neben den durchgehenden Metallen haben sich in den vergangenen Jahrzehnten Mehrschichtwerkstoffe und Plattierungen durchgesetzt.

 

 

 

 

Werkstoff

Bemerkung

Magnimat

Ein Metall, das aus drei Schichten aufgebaut ist. Die äußeren, dünnen Schichten bestehen aus einer Kupfer 750 / Nickel 250 - Legierung, der Kern dazwischen besteht aus 100% Nickel.

Bronze, Eisen kupferplattiert

Die Bronze bei den 2Pf .Münzen der Bundesrepublik besteht aus folgenden Legierungsbestandteilen: Kupfer 950 / Zinn 40 / Zink 10. Später wurde der Münzkern wie bei den 1Pf-Münzen aus Eisen gefertigt. Der Münzkern wurde mit einer dünnen Kupferauflage überzogen. Die Unterscheidung zwischen Bronze und Eisen kann durch einen Magneten erfolgen.

Tombak

Die Messing- Auflage bei den 5 - und 10 Pf .Münzen der Bundesrepublik wird als Tombak bezeichnet.

 

 

 

 

Edelmetalle und Gewichte:

 

 

Platin-, Gold-, Silbermünzen müssen nicht zwingend zu 100% aus dem Edelmetall bestehen. Beimischungen unedler Metalle können den Edelmetallanteil senken.

 

 

 

 

Bezeichnung

Anteil oder Gewicht

Feinsilber

999 Anteile Silber, von 1000 Anteilen. Die reinste Form von Silber. Die Silbergedenkmünzen der Bundesrepublik Deutschland enthielten bis 1997 nur 625 Anteile Silber.

Sterlingsilber

925 Anteile Silber, von 1000 Anteilen. Dieser Silberanteil befindet sich seit 1998 in den Gedenkmünzen der Bundesrepublik Deutschland.

Feingold

999 Anteile Gold, von 1000 Anteilen. Die reinste Form von Gold.

Karat

Lineares Mass der Feinheit einer Goldlegierung 24K = reines Gold, 12K = 500 Gold

Karat

metrisches.Karat = 0,2gr, wird bei Edelsteinen verwendet

Unze

1Oz = 1Unze = 31,104 gr.

 

 

 

 

Metall und Masse:

 

 

Das Metall, der Duchmesser und die Dicke einer Münze werden nach Haltbarkeit, gesundheitlicher Verträglichkeit und insbesondere nach internationalen Absprachen ausgesucht. Aus diesen Eigenschaften ergibt sich das Gewicht des Geldstücks. Gewicht, Durchmesser und Breite, sowie die Randprägung, werden bei Münzautomaten als Erkennungsmerkmal verwendet. Durch eine geeignete Wahl kann verhindert werden, dass geringwertige Münzen des einen Landes zum Erwerb hochwertiger Güter an den Automaten eines anderen Landes benutzt werden können. In Bezug auf gesundheitsschädigende Wirkungen kam Nickel ins Gerede. Bei neuen Münzen wird versucht das Metall zu ersetzen.

 

 

 

 

 

Aufbewahrung und Pflege von Münzen:

 

 

Metalle reagieren mit anderen chemischen Substanzen. Diese kommen schon in der normalen Umgebung in großen Mengen vor. Sauerstoff z.B. führt bei allen Metallen zu einer Oxydbildung. Das Endprodukt nennt man bei Eisen dann Rost. Die Berührung einer Münze mit den Fingern hinterlässt Fette und Salze. Holzkästen, Plastikfolien und Pappschachteln sondern chemische Substanzen ab, die mit dem Metall Verbindungen eingehen und so zu einer Veränderung oder Beschädigung der Münzoberflächen führen. Manche dieser Veränderungen lassen sich schnell entfernen, manche sind unerheblich und sollten nicht entfernt werden, andere sind so schädlich dass sie verhindert werden müssen.
Bei der Aufbewahrung von Münzen in Plastiktaschen und -Kästen sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass diese 'säurefrei' sind. Die Stearinsäure einiger Plastikartikel wirkt zerstörend auf alle Metalle.
Die heutigen Aufbewahrungsmittel sind in der Regel Plastikkästen oder Klarsichthüllen die säurefrei sind. Man kann sie bei jedem Münzhändler erwerben. Der Aufbewahrungsort sollte trockene Luft besitzen und gleichmäßig temperiert sein. Man beachte, dass bei jeder Temperaturverringerung, Wasser aus der Luft ausfällt und sich auf dem Metall als dünner Film niederschlägt. Chemische Reaktionen sind dann unumgänglich.

 

 

 

 

 

Reinigung von Münzen:

 

 

Die Reinigung von alten und neuen Münzen ist ein Kapitel für sich, über das es viele Bücher, mit sich widersprechenden Aussagen gibt. Anscheinend hat noch kein Chemiker/Restaurator das Thema für das Publikum nachhaltig bearbeitet?

 

 

Jede Manipulation an einer Münze, darf ihre Oberfläche und deren Struktur nicht verändern. Die verwendeten Substanzen, vom Wasser bis zum Reinigungsmittel, dürfen zudem keine Nachwirkungen hinterlassen. Da Metalle porös sind, also winzige Poren besitzen, dringen Chemikalien hier ein und können sich in ihrer Wirkung erst langfristig bemerkbar machen. Alle Methoden die zu einer Veränderung der originalen Münzmetallstruktur führen, mindern den Wert einer Münze, bis hin zur Wertlosigkeit. Scheuernde Putzmittel oder Polituren, sowie Säuren sind unbedingt zu vermeiden.
Zur Reinigung von Münzen können leichte Spühlmittel verwendet werden, um Schmutz zu lösen. Zahnpasta (die Welt schwört auf Ajona) benutzt mancheiner um hartnäckige Oberflächenveränderungen zu mindern. Nach welcher Behandlung auch immer, muss die Münze gut gewässert und getrocknet werden. Aber auch die beste Wässerung verhindert nicht, dass Reste der benutzten Chemie in den Poren des Metalls verbleiben und langfristig wirken können .. und warmes Wasser erzeugt bei Nickelmünzen schon nach wenigen Minuten einen hartnäckigen gelben Film.

 

 

 

 

Edelmetalle:

Edelmetalle wie Platin, Gold und Silber sowie Nickel- Chromlegierungen reagieren kaum mit chemischen Substanzen. Oxydschichten lassen sich mit Silberputzbädern leicht entfernen. Die Wässerung sollte in möglichst kaltem Wasser erfolgen.

Kupfer:

Kupfer läuft über die Zeit hin braun an. Diese Schicht sollte nicht entfernt werden, denn es wird als normal angesehen, dass eine Kupfermünze nach vielen Jahren diese Schicht besitzt. Die Entfernung dieser Patina kann von Sammlern als Angriff auf den Erhaltungszustand der Münze gewertet werden.

Eisen, Zink:

Salz- oder Rostbildungen auf Münzen unedler Metalle müssen unbedingt durch eine entsprechende Lagerung verhindert werden, denn sie tragen die Münzoberfläche unwiderruflich ab und zerstören die Münze.

Legierungen:

Münzen die aus mehreren Metallen bestehen, können die Reinigung zu einem Problem machen, denn jedes Metall reagiert in seiner Weise auf die verwendete Chemie, bzw. auf die elektrischen Spannungsreihe. Dieser Umstand ist bereits zu beobachten, wenn Münzen unterschiedlicher Metallart in einem Bad bei Zimmertemperatur gewässert werden. Lustige farbliche Veränderungen können nach wenigen Minuten das Resultat sein. Dies gilt auch für Münzen die aus einem Mehrschichtenwerkstoff bestehen. Hier können die Veränderungen als Flecke auf der Münze oder am Rand auftreten.

Münzen mit polierter Platte:

Von Reinigungsversuchen an Münzen, die eine polierte Oberfläche besitzen ist dringend abzuraten. Metalle sind weicher, als man es sich vorstellt. Kleinste Staubkörner im Reinigungstuch oder in den Reinigungsmitteln zerkratzen solche Oberflächen sofort.

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